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Mächtige Musik...

...von Carl Orff aus Carmina Burana "Fortuna". Kein Tastenzauber, tiefgehende Stimmengewalt. Dazu die herrlichen Bilder von William Turner:




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Für Rhonda:

https://www.youtube....h?v=GXFSK0ogeg4

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Habt Freude!

Herzlich
Philo
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Weihnachtskekse

Liebe Freunde und Mitleser,

vielleicht kennt Ihr bereits dieses drollige Video um ein Schweinchen, was unbedingt die Keksdose auf dem hohen Kühlschrank erreichen will und so manches Abenteuer zu bestehen hat. Ich stell's trotzdem ein, weil es mich gerade in der Adventszeit immer wieder an meine Kindheit erinnert, wenn die liebe Mama die Plätzchen sicher aufbewahrte und dann feststellen musste, dass wir, ihre braven Kinder, doch auf das Versteck kamen.

Viel Spaß beim Schauen wünsche ich denen, die das Schweinchen noch nicht kennen :)

Philo grüßt alle Mitglieder des Forums




P.S. Für dich, liebe Rhonda, die du oft Probleme mit meinen eingestellten Videos hattest: Füge dem http einfach ein s hinzu, dann klappt es. https://www.youtube....h?v=4yVUbNy8w3E

Entschuldige, liebe Rhonda, ich weiß nicht, wer den Rest gefressen hat, anfangs stand alles da, tut mir leid. Hoffentlich funktioniert es jetzt. Bei meinem Test eben ging alles reibungslos. Viele Grüße und einen schönen Adventsvortag.
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Tastenzauber (3) Erik Satie

Erik Satie (1866-1925) wurde bekannt durch Gymnopedies, Gnossiennes 1,2, 3,4,5 (wobei 1 am bekanntesten ist). Seine Werke wurden lange unterschätzt, heute werden sie geliebt.

www.baerenreiter.com/im-fokus/franzoesische-musik/klavier/erik-satie

Die ruhige, einfach wirkende Musik ist von solcher Schönheit, dass sie einen nicht mehr in Ruhe lässt. Man kann süchtig danach werden. Als ich die Lieder das erste Mal vor Jahren hörte und sie nachspielen wollte, wurde mir erst bewusst, wie schwer diese Leichtigkeit, Melancholie und besondere Stimmung wiederzugeben ist - und ließ es.

Dieses Video lässt uns gleich in zwei Bereiche der Kunst: die einmalige Musik und die einzigartigen Bilder von Edouard Cortes (1882-1969). Beides verbindet sich zu einem Traum, der Wirklichkeit ist.


Leider erfahre ich eben, dass das Video nicht verfügbar ist. Nehmt bitte den Link an Rhonda, der direkt zu youtube führt. Danke.

Für Rhonda: https://www.youtube....h?v=_fuIMye31Gw

Mir erschien diese Kombination von Bild und Ton gerade richtig für einen schon dunklen Oktoberabend...

Herzlich

Philo
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Diese wunderbare Frau war mir immer ein Vorbild.
Ich las alles über sie, was ich in die Finger bekam,
alles faszinierte mich. Ihre Einstellung, ihre Eigenwilligkeit,
hohe Musikalität, ihr wacher Geist - und dieses Spiel,
was einen in eine andere, höhere Welt versetzte.
Wenn sie die Bühne betrat, zurückhaltend
und doch voller Elan, die wilde Mähne
(heute silbergrau, noch genauso dicht),
lag eine Zauberspannung in der Luft,
die ich nicht beschreiben kann.

Die Sonate von Scarlatti habe ich bislang
noch von keinem Pianisten so gehört.
Martha verbindet unglaubliche Virtuosität
mit Gefühl, viel Gefühl, die Augen
können ihren Händen kaum noch folgen
und doch sitzt jeder Ton. Ein Komponist
wurde einmal gefragt, wie schnell man
eigentlich spielen darf und seine Antwort war:
Wenn kein Ton verloren geht, man alles hört
und das Gefühl zum Ausdruck kommt, gibt es keine Grenzen.
Diesen Satz habe ich mir gemerkt.

Doch hört und seht selbst:




Herzlichen Abendgruß

Philo
:freude
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Tastenzauber (1)


https://www.youtube....h?v=jXeValS-RMM


Leider sind die Videos nicht verfügbar,
ich habe es 3x versucht.
Der Link führt direkt zu youtube,
es tut mir leid, dass es nicht
auf dem üblichen Weg funktioniert.


Ich weiß nicht, wie oft ich in all den Jahren diese Komposition
von dem koreanischen Pianisten und Komponisten Yiruma angehört
und gespielt habe - und immer noch gefällt mir diese Melodie
und auch viele andere von ihm, den Neoklassiker.

Die junge Frau, von der ich kürzlich hier schrieb, wurde durch
dieses Stück gesprächsbereit. Ich bin zwar nicht Yirumi,
doch der Fluss im Herzen begann zu fließen...

Vielleicht ergeht es Euch ähnlich? es würde mich freuen,
wenn Euch "River flows in you" ebenso gefällt.

Ich möchte gern nach und nach aus dem gesamten
Pianisten-Repertoire hier im Blog Stücke präsentieren,
die mich besonders berühren. Eine kleine Bühne
für Schönes, Besonderes, Seltenes, Neues, Altes.

Bunte und milde Herbstabendgrüße

Philo

:ew :ew :ew
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Herbstbild








Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.


Hebbel, Christian Friedrich (1813-1863)


Gezeigtes Bild
Mein Spaziergang am 3. Oktober
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Liebestraum

Liebe Mitglieder dieses Forums!


Einige Patienten erzählen von immer wiederkehrenden Träumen. Nicht direkt von üblichen Albträumen, es kommen keine Gefahren auf sie zu wie wilde Tiere, die sich auf sie stürzen und wenn sie nicht im selben Moment aufwachten, würden sie zubeißen. Nein, verworrene, merkwürdige Träume, die für sie lange keinen Sinn ergeben und sie suchen und suchen, warten auf eine Fortsetzung, doch der Traum läuft genauso wieder ab. Das Licht mag sich verändert haben, die Jahreszeit, doch der oder die Menschen bleiben. Sie altern nicht, tragen immer das gleiche, ihr Blick ist traurig oder wütend, gleichgültig oder auch verschwommen. Dahinter verbirgt sich eine niederdrückende Geschichte...

Können Träume krank machen oder sind sie nur Begleiterscheinungen, heben das hervor, wo ein Außenstehender einen Therapieansatz sieht?

Eine ca. 25jährige zarte junge Frau (man kann sie als schön bezeichnen), engelhaft, rein, ausdrucksvoll, wenn sie nicht in Depressionen festgehalten wird, anmutig in ihren Bewegungen, doch still, immer weit weg, manchmal sehnsüchtig aus dem Fenster sehend, Blicke vermeidend...wurde durch ein Lied, was ich auf dem Klavier leise anspielte, plötzlich hellwach. Ich hatte etwas derart in ihr aufgewühlt, was raus wollte und ich sah in ihrem sonst so regungslosen Gesicht den Versuch, ihr Leben, das Erlebte im Traum hinauszuschreien.

Ich spielte das Lied voll aus, sie durfte jetzt nicht davonlaufen, wir gingen gemeinsam den Weg, von dem ich nicht wusste, wohin er führte, woher er kam.

Dieses Lied kam jedesmal in ihrem Traum vor. Sie stand auf, mir fiel auf, dass sie durchscheinend blass war und noch zarter als sonst. Bisher hatte sie noch kein Wort in all den Stunden gesprochen. Ich spielte das Lied noch einmal, diesmal langsamer, doch fester.

"Stelle dir vor, wir würden gemeinsam einen Film ansehen, was möchtest du mir darüber erzählen, fragte ich sie". "Wir können ihn nicht zusammen sehen, es ist mein Film und niemand wird ihn je sehen". "Ja, ich weiß, sage mir nur, ob er farbig oder schwarzweiß ist". Schwarzweiß, meinte sie, aber wenn der Zug weiterfährt, wird er grell und bunt und unerträglich, dass ich es nicht aushalte und brenne und aufwache. Ich dachte bei mir: "Welcher Zug"? Diese Frage behielt ich bei mir, ich wollte, dass sie von sich aus erzählt, nichts zu früh zerstören.

Wieder begann ich das Lied und sie summte dazu, Das Summen ging in Gesang über. Ihre Stimme klang nicht jämmerlich, sie war klar und schön und passte genau zu ihrer Erscheinung und sie sang das Lied bestimmt nicht zum ersten Mal. "Setz dich neben mich, bat ich sie lächelnd". Sie tat es, wenn auch zögernd, schaute auf die Pedale, dann verfolgte sie meine Hände, die Abläufe der Tasten. Ich konnte förmlich hören, wie in ihrer Seele eine Blockade zusammenbrach.

Sie stand wieder auf, schwankte ein wenig, ich spielte weiter, erdachte ein paar Variationen. Die junge Frau holte sich eine Trommel und legte sie wieder zurück. Ich wartete. Dann hörte ich sie hinter mir sprechen.

"Ich habe einen Mann geliebt. Mehr als mein eigenes Leben. Er sprach von einer gemeinsamen Zukunft, wollte mit mir Kinder, nur mit mir. Wir zogen zusammen, waren so glücklich. Er war Lehrer an einem Gymnasium, penibel, oft richtig geizig. Meine Familie mochte ihn nicht, meine Schwester meinte, er sei ein Narzisst. Ich wusste nicht, was das ist und las dann darüber und erschrak. Mir fiel auf, dass er immer nach seinem Vorteil handelte, wenn es um uns ging und immer Recht hatte. Trotzdem liebte ich ihn. Mein ganzes Leben veränderte sich, ich tat nur noch, was er wollte und suchte in allem sein Gefallen. Alle um mich bemerkten das, nur ich nicht.
Und dann kam der Tag...und ihre Stimme wurde immer leiser...wo wir uns am Bahnhof verabredeten, um das Wochenende an der See zu verbringen. Um 15 Uhr wollten wir uns treffen, ich war pünktlich, nahm mir extra 2 Stunden frei. In unser kleinen Stadt hielt nicht jeder Zug und ich hatte am Abfahrtsplan übersehen, dass dieser Zug durchfuhr. Er musste es lange gewusst haben. Der Zug fuhr langsamer und ich sah ihn am Fenster stehen. Grinsend, überlegen, mit Freude in den Augen, mich bewusst so stehen zu lassen. Ich rief und schrie und winkte, ich ahnte Schreckliches. Er zeigte mir, dass alles nur ein Spiel war und er alleine zur See fährt, ich ihm völlig gleichgültig war. Das alles konnte ich aus dem falschen Lächeln und seinem Blick herauslesen. Mein Leben war zu Ende, es war so demütigend, er hatte mein ganzes Vertrauen, meine ganze Liebe zu der ich fähig war missbraucht. Später bei meiner Familie bin ich zusammengebrochen und dann ging es bergab mit mir, bis ich zu ihnen kam. Seit langer Zeit träume ich diese Szene mehrmals die Woche".

Die junge Frau ging zu ihrem Sessel zurück. Ich holte ein Glas Wasser, was sie gierig leer trank. Sie schaute mich so hilfesuchend und gleichzeitig vertrauensvoll an. Ich setzte mich auf die gegenüberliegende Seite des kleinen Tisches, damit sich unsere Blicke nicht verlieren. Da saß ein hochsensibler junger Mensch vor mir, so feinfühlig, mit einer Seele wie die Flügel eines Schmetterlings.

Die junge Frau litt noch lange, doch die Musik löste nach und nach die schmerzhaften Stellen, der Traum verschwamm in Nebelschwaden. Es dauerte, bis sie sich von diesem Mann trennte und heute wieder ein Leben führen kann mit Lachen und Selbstbewusstsein. Sie ist noch genauso zart, nicht mehr so blass, ihre Schritte fester, die ganze Körperhaltung bejahend.

"Der Schmetterling zählt nicht die Monate,
sondern die Momente
- und hat noch Zeit genug."

Rabindranath Tagore

Die "Fälle" nehmen zu, wo narzisstische Menschen ihre Partner fast zerbrechen. Der Übergang zur Psychopathie ist oft schwer durchschaubar. Nach außen sind solche Menschen oft überragend in ihren Fähigkeiten, bekleiden beruflich oberste Etagen, sind freundlich und zuvorkommend und man erlebt sie selten so, wie sie sich zu Hause geben: Manipulativ, beherrschend, fordernd, egoistisch. Sie erfassen mit einem Blick ihre Opfer. Denn gerne hätten sie etwas von deren Kreativität, Gefühlstiefe (die sie nicht zeigen können)und Liebe, die sie selbst außerstande zu geben sind.

Ich denke voller Dankbarkeit an diese schwere Zeit mit einem engelsgleichen Wesen, was heute flügelstark die Liebe zu sich selbst gefunden hat und aufgeblüht ist.

Philo
:love
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Mir träumte...



Die unvergleichliche Stimme von Oskar Werner


:fluegel
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Gebeugter Rücken der Trauer,
der Gang wird fester,
wir alle gehören zusammen.

Mit Wurzeln und Flügeln gehen,
auf der Erde und im Himmel sein.
Vertrauen säen.

Getragen und gehalten,
frei und ungebunden,
leicht und schwer zugleich,
mit leerem Herzen reich beschenkt.

Ich bin es, die da geht in ihrem Takt,
ich selbst bestimme, was ich trage,
wer mit mir geht und mich umarmt.

Die Bürde ist das Leben,
die Tränen goldener Wein,
die Hoffnung meine Sonne.

Jetzt fallen alle Lasten von mir ab
und mein Gewicht wird leichter.

Die Freude baut ein neues Nest
aus zitternden Fäden
durch Liebe gesponnen.
Wir alle gehören zusammen.



Philo
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Leid und Geduld

Ein Morgen ohne Kaffeeduft
Vögel singen freiwillig
Eine Amsel sitzt auf den Balkonfliesen
Mein Magen krampft sich wieder zusammen
und schmerzt.

Gestern eine erneut schlechte Nachricht
Der Mann meiner besten Freundin
leidet an MS, liegt nachts auf dem Boden

Die Rettung kommt
Immer wieder seit einiger Zeit.
Sie ist geschockt und erschöpft
mein Inneres schreit NEIN, nicht noch etwas.

Ich sorge für Kaffeeduft
Es bleibt beim Duft,
mein Magen streikt
er ruft nach Kamillentee.

Meine Klaviertasten haben die Farbe gewechselt
vor meinem geistigen Auge
sie wollen nicht auf mich warten,
bilde mir ein, dass sie alleine springen
in Mozart, Schubert oder Tonleitern.

Die Amsel hat die Apfelschnitze entdeckt,
ist ganz aufgeregt.
Der Himmel über ihr ist verhangen,
die Kühle tut gut
nach den Gewittern.

Ab heute sehe ich mir nichts mehr im TV an,
keine Nachrichten des Grauens.
Es wird gemordet, gelogen, verdreht,
Mütter, Eltern leiden,
mit ihnen junge Menschen.
Es prägt für immer

In der Praxis wird niemand ermordet und ist dennoch krank.
Wunden in der Seele lassen tief leiden,
der Tod hat Zeit, viel Zeit,
ihm kommt es nicht auf den Tag an,
nicht auf das Alter, er ist immer da.

Ein 17jähriges Mädchen
legte gestern eine Hand auf meinen Arm.
Das Vertrauen rührte mich
und die Schmerzen im Magen lösten sich auf.

Meine kleine Küche hier
bleibt heute kalt,
es geht alles vorüber
ich habe das Lachen verlernt,
doch es wartet nur,
alles kommt wieder zum Vorschein
was einmal geboren wurde.

Geduld, sage ich mir immer wieder.

Geduld!
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Fülle

Gezeigtes Bild





Fülle



Liebe leben
Samen säen
Kinder küssen
Burgen bauen
Feste feiern
Blumen binden
Schafe scheren
Wolle wässern
Leben lieben

Liebe leben
Hände halten
Worte wahren
Tränen trocknen
Wunden waschen
Leiden lindern
Gräber graben
Hoffen heißen
Leben binden



(Maria Grünwald)
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Vor vielen Jahren meinte ein guter Bekannter nach seiner Trennung von seiner Frau, dass ihm Freundschaft mehr bedeute als Liebe, die selten ewig währt. Es entstand damals eine interessante und lange Diskussion und aus dem gegenseitigen Lernen und Verstehen zwischen uns eine Freundschaft ohne Begehren.

Wie ich beobachtet habe, geht bei der Liebe die Angst oft als Schatten mit. Man traut sich nicht so hemmungslos offen zu sein aus Angst, abgelehnt zu werden, die Liebe zu gefährden. Man übersieht und unterdrückt Manches, was einem nicht gefällt, nicht in das eigene Weltbild passt, was ich selbst auch schon in einer Beziehung erlebte. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass mich Vieles stört und verstörte, fand mich ungerecht und irgendwann war ich nicht mehr Ich vor lauter Anpassung.

Hält eine Freundschaft mehr aus, weil die körperliche Nähe wegfällt, nicht notwendig ist? Ich habe oft den Eindruck, dass wir alle füreinander das tägliche Brot sind und zwar das wichtigste tägliche Brot: das des Gemütes. Jedes Brot hat einen anderen Geschmack, aber jedes ist als Nahrung vorgesehen.

Nicht oft erfahren wir Freundschaft in einer Tiefe des Vertrauens, wo ein nächtlicher Anruf um 4 Uhr in Not möglich wird, ohne dass dieser Hilfeschrei in Jahren zum Vorwurf wird.

Freundschaft ist nur ein Wort, mit dem sich ganz unterschiedliche Bilder, Sehnsüchte, Erinnerungen verbinden. Gute Erinnerungen, aber auch betrübliche Missverständnisse, Vertrauensbrüche, Sprachlosigkeiten, die mancher Freundschaft plötzlich oder schleichend ein Ende bereiteten. Wer mein wirklicher Freund ist, zeigt sich leider oft erst in den schwierigen Zeiten des Lebens. Da kommen die tröstenden und helfenden Gesten erstaunlicherweise oftmals nicht von den Menschen, von denen man es geglaubt hätte und ein Fremder, der mir auf einer Bank oder in einem Café zuhört, wird zum nächsten Bruder. Darum hat das geschriebene Wort in der Virtualität auch diese enorme positive Kraft. Die Seele saugt auf, ist immer beteiligt, im glücklichen Gelingen wie auch im schmerzlichen Zerbrechen. Beides geht nahe.

In einem Lexikon für Spiritualität entdeckte ich, was zu einer Freundschaft gehört: die Liebe zueinander, die auf Gegenseitigkeit beruht, Treue und Vertrauen, die sowohl empfangen als auch auch geschenkt werden. Wesentlich auch die Freiheit und Bereitschaft, das Anderssein des anderen anzunehmen.
Freundschaft bleibt ein Geheimnis zwischen zwei Personen, das sich nicht erzwingen, herstellen oder beurteilen lässt. "Wir werden nie vollständig wissen", schreibt der niederländische Priester und Psychologe Henry Nouven (1932-1996), "was unsere Anwesenheit im Leben unserer Freunde ihnen bedeutet". Religiös gesprochen ist es die Erfahrung von Gnade. Ich kann Freundschaft nicht machen, doch ich kann sie pflegen, nähren mit Aufmerksmkeit, Zeit, Interesse, Mitgefühl, Fantasie und Kreativität.

Doch gilt das nicht ebenso für die Liebe? Freundschaft ist Liebe, vielleicht die reinste.

Freundschaft gehört zu den kostbarsten Gaben des Lebens. Ein zarter Faden, aus Gnade gesponnen.

Für mich legt sich Freundschaft nicht auf eine Zweisamkeit fest, sondern ruft eine Lebensfreude heraus in einer Verbundenheit mit allem, was lebt.

Ich werde weiter darüber nachdenken.
:herzen
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Man sieht die Blumen welken
und die Blätter fallen,
aber man sieht auch Früchte reifen
und neue Knospen keimen.
Das Leben gehört den Lebendigen an,
und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.


Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)


Ich nehme nicht Abschied, denn Abschied ist endgültig, ist ein Verlassen.
Ich trage dich weiter in meinem Herzen, das vom Kummer so schwer ist.
Zwischen uns ist eine Brücke. Dazwischen die Ewigkeit.
Du kannst nicht zurück, ich nicht vor.
Doch wer daran glaubt und die Hoffnung behält,
dass nichts ohne Sinn geschehen kann,
da die Liebe der Pfand ist für alles,
der wird auf dieser Seite der Brücke
das irdische Leben weiterleben
und bei jedem Atemzug daran denken,
dass das Ein- und Ausatmen Leben bedeutet,
dass die Jahreszeiten uns zum Geschenk gemacht wurden,
die Augenblicke des Glückes kein Zufall sind
und die Erinnerung ein lebendiges Ganzes gewebt hat.

Voller Dankbarkeit verneige ich mich vor dir.
Ich behalte dich lieb im ewigen Schlaf.

Philo
:kerze: :stern :kerze:
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Die 5 Freiheiten

Liebe Freunde, Leser, stille Besucher!

Eben fand ich in meinen Tagebüchern die Zeilen wieder, nach denen ich monatelang gesucht hatte. Sie stammen von einer amerikanischen Lehrerin und Familientherapeutin (eine der ersten überhaupt) namens Virginia Satir. Sie lebte von 1916-1988 und entwickelte für ihre Arbeit fünf "Regeln", die sie allen Patienten ans Herz legte.

Vielleicht können auch wir etwas damit anfangen? Auf mich und meine jetzige Umbruchsituation passen sie genau, darum suchte ich sie auch und möchte sie gern mit euch teilen bzw. ans Herz legen, wie Frau Satir es nannte:



LEBENS-LISTE

Die 5 Freiheiten

1
Die Freiheit
zu sehen und zu hören,
was im Moment wirklich da ist -
anstatt das, was sein sollte,
gewesen ist oder erst sein wird.

2
Die Freiheit
das auszusprechen,
was ich wirklich fühle und denke,
und nicht das, was von mir erwartet wird.

3
Die Freiheit
zu meinen Gefühlen zu stehen,
und nicht etwas anderes vorzutäuschen.

4
Die Freiheit
um das zu bitten, was ich brauche,
anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.

5
Die Freiheit
in eigener Veranwortung Risiken einzugehen,
anstatt immer nur auf Nummer sicher zu gehen
und nichts Neues zu wagen.



:stern :herz :kerze: :stern :herz :kerze: :stern :herz :kerze:




Ich wünsche euch allen die Freiheit,
das zu sein oder zu werden,
was ihr wirklich seid,
eurer Berufung nachzugehen,
sich selbst und die Menschen zu lieben,
die Jahreszeiten zu entdecken
und zu genießen,
die kleinen Dinge zu erkennen,
die das große Glück ausmachen,
jemanden zur Seite zu haben,
der an einen glaubt, zuverlässig und treu ist,
denn eine Seele verschenkt sich im Vertrauen
und bleibt ein unschuldiges Kind.

Schlaft alle gut in Vorfreude auf ein neues Leben,
das in jedem neuen Tag verborgen ist -
und manchmal auch in der Nacht geboren wird.

Herzlichst
Philo
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Goethes Glaube

Ich glaube,
dass wir einen Funken
jenes ewigen Lichts in uns tragen,
das im Grunde des Seins leuchten muss
und welches unsere schwachen Sinne
nur von Ferne erahnen können.
Diesen Funken in uns
zur Flamme werden zu lassen
und das Göttliche in uns zu verwirklichen,
ist unsere Pflicht, ja,
der einzige tiefe Sinn unseres Daseins.


Johann Wolfgang von Goethe


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März 2019

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