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Wofür leben wir?

„Wenn du mich kennen willst, frag nicht, wo ich lebe; oder was ich gern esse; oder wie ich mein Haar kämme; sondern frag mich, wofür ich lebe, genau im Einzelnen, und frag mich, was nach meiner Meinung mich davon abhält, völlig die Sache zu leben, für die ich leben will.“

Thomas Merton ( Geistlicher Schriftsteller und Mystiker 1915-1968)

Es ist mir klar geworden, dass Wort und Tat nicht ganz übereinstimmen.

Alles wunderschöne Worte, die sehr treffend meine Sehnsucht beschreiben:
das Echte in mir will sich ausdrücken,
meine Sinne wollen die Wirklichkeit wahrnehmen,
Begegnungen wollen sich frei entfalten,
Die Grenzenlosigkeit will mich wirklich aus der Enge in die Weite hinausführen, damit ich überhaupt mit dem Entdecken anfangen und wirklich Neues (über mich) entdecken kann. Nicht nur theoretisch und aus Büchern, sondern ganz real!!!

Doch in mir geschah genau das Gegenteil. Auf der einen Seite stand eure Freundlichkeit, offene Herzlichkeit und Liebe, während ich mich nur noch in Sicherheit bringen wollte. Habt Ihr das auch so wahrnehmen können?

Nix mit Liebe und Begegnung. Mit wem auch, wenn ich genau dann, wenns richtig spannend wird, abhaue und wie ein Tintenfisch alles verneble um mich verstecken zu können? Diese Einsicht ist gestern Abend aus dem Kopf ganz tief in meinem Herzen hineingerutscht und ich musste nur noch über mich lachen. Es ist nicht so, dass ich das nicht schon lange wusste, aber ich konnte es bis jetzt irgendwie, für mich, plausibel erklären und so verpacken, dass es nicht so sehr wehtat: Ich bin ein zurückhaltender Mensch. Ich bin hochsensibel. Ich brauche meinen Abstand zu den meisten Menschen. Menschen sind mir oft zu laut, zu viel, zu aufdringlich usw.

Doch ich will Freiheit und Liebe leben und nicht nur als Superperson darüber reden, sie beschreiben oder in einer Glasvitrine einsperren.

Was hat mich verhindert euch wirklich zu begegnen?…Angst!

Diese Angst habe ich wahrgenommen und ziemlich hölzern auch beschrieben, doch durch eurer Herzlichkeit erschien sie mir plötzlich unglaublich lächerlich.
Ich danke EUCH, dass ihr das möglich gemacht habt. Ich konnte Euch vertrauen und dadurch wurde ich mit Selbstvertrauen beschenkt. Ich konnte, rekapitulierend und zeitversetzt, die Liebe doch noch fließen sehen: in mir und in euch und da war plötzlich überhaupt keine Trennung mehr zu spüren und auch keine Angst. Es ist genau das, was ich lieben und leben möchte.

Heute Morgen hat die Angst nur noch ein mal nach mir geschnappt und wollte mir einreden, dass ich mich euch in dieser Ehrlichkeit nicht zeigen darf und dass sowas, sowieso niemand verstehen kann und blablabla, aber ich glaube ihr nicht mehr.

Wenn ihr Fragen habt, fragt bitte und sagt mir einfach, geradeheraus, alles, was euch durch den Kopf geht. Es würde mich sehr freuen.

:love
6

27 Kommentare zu diesem Eintrag
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WOW,tat, ich bin bewegt von Deinen Worten, begeistert von den Aussichten, die sich dadurch für Dich ergeben und fröhlich schmunzelnd, wenn ich mir vorstelle, wie Du da freundlich mit Dir über Dich selbst lachend die Einsicht feiern konntest.
Bravo, ich finde es total schön!

alles Liebe
:fw
LaSource
0
Liebe Tatiana,

es ist genau diese Ehrlichkeit, die ich doch immer wieder spüre in Dir, wenn ich auch manchmal "zwischen den Zeilen" lesen muss. Wie oft sind wir uns hier im Forum doch schon sehr herzlich begegnet. Angst aber hatte ich in Dir nicht wirklich gespürt, dazu reichte meine Sensibilität nicht aus.

Ich hatte erst vor ein paar Tagen einen Traum. Er war sehr seltsam. Ich träumte, dass ich neben einer Frau lag, mit welcher ich im realen Leben freundschaftlich verbunden bin. Sie schob mir zwei 5-Euro-Scheine zu. Ich wachte auf, das dachte ich mir zumindest, denn es fühlte sich so an, als wenn ich im Wachbewusstsein wäre. Ich lag, wie im Traum, immer noch auf jenem Sofa und nun hörte ich die Tür vom Bad klappern. Plötzlich kam jene Frau ins Zimmer und ich fragte sie, ob wir tatsächlich nebeneinander gelegen haben. Darauf antwortete sie mir "Ja das haben wir, aber Du (also ich Hartmut) hast das nur ganz kurz ausgehalten". In jenem "immer-noch-Traum" konnte ich sie nicht fragen, was es mit dem Geld auf sich hatte, was sie mir im "Traum im Traum" zugeschoben hatte. Danach wachte ich ins Wachbewusstsein auf und war höchst erstaunt.

Meine Angst vor einer ganz realen Begegnung mit einer Frau über ein freundschaftliches Verhältnis hinaus trat nun für mich offen zutage. Erst vor ein paar Wochen habe ich Gott um eine Frau fürs Leben gebeten, so dies nicht seinem Willen für mich widerspricht. Am Tag darauf zog ich eine Engelkarte, was ich früher täglich tat, aber in letzter Zeit nur noch selten. Die Engelkarte traf voll ins Schwarze. Sie teilte mir mit, dass in mir erst mal alle negativen Erfahrungen in Bezug auf Ehe und Partnerschaft aufgelöst werden müssen.

Du stehst nicht allein da, liebe Tatiana, mit Deiner Angst. Diese Ängste mögen heute zwar unbegründet sein, aber sie kleben immer noch an uns. Ich spüre aber, dass Du Deinen Ängsten sehr konstruktiv begegnest und auch ich stelle mich diesen. Ganz los werden wir sie wohl nur, wenn wir nach und nach immer mehr Erfahrungen im Leben machen, die uns schrittweise immer mehr Vertrauen ins Leben als Ganzes und somit auch in uns schöpfen lassen.

Wie geht es Dir gerade?

Herzliche Grüße von
Hartmut

:love
0
Und ich bin total begeistert darüber,
dass Du mir geschrieben hast, liebe LaSource.
Deine Meinung ist mir wichtig! :ge

Alles Liebe
Tatiana
0
Lieber Hartmut,

es geht mir um mehr als „nur“ Angst und auch um viel mehr als Erfahrungen und Bedürfnisse. Es geht um den Ausdruck und die absolute Nähe zu mir und um die Freiheit. Du kannst es auch Liebe nennen, oder Leben.
Es geht um alles oder nichts. Keine Verhinderung, keine Almosen mehr und auch keinen Tanz mehr um den heißen Brei.
Ich möchte in meiner Kraft kommen, mit mir EINS sein. Erst dieses Eins sein in mir, macht es möglich von mir zu lassen um das, was wir Außenwelt nennen auch wirklich zu begegnen.
Sonst begegne ich ununterbrochen nur meine eigenen Ängsten. Meine Sinne täuschen mich, meine Wahrnehmung ist getrübt und alarmiert, erzählen mir von Angst, und dass ich mich schützen muss und dem entsprechend sehen auch meine Erfahrungen aus.

Ich erlebe nur mich selbst, nur altes Zeug. Die Unruhe, der Unfriede, die Ablehnung im Außen ist mein Unfriede, meine Ablehnung, meine Unruhe in mir. Nur wenn ich das wirklich verinnerlichen kann, hört Schuld, Krieg und Angst (vor mir selbst) auf. Ich erlebe es so, weil manche Bereiche in meinem Leben genau dadurch frei und vital geblieben/geworden sind.

Was denke ich? Was glaube ich? Was wirkt ungesehen in mir?

Über Träume kann ich nur wenig sagen und ich möchte mich nicht in Interpretationen und Analysen darüber verlieren.

Wie es mir geht? Ich fühle gerade eine leichte Unruhe in mir. Bastle viel zu lange an den Sätzen herum, lösche, ergänze – aber jetzt ist Schluss.

Wünsche Dir eine gute und erholsame Nacht.
:love
Tatiana
0
Liebe Tatiana

ich wünsche Dir auch einen erholsamen Schlaf und einen Neubeginn am Morgen ...

Wir hören voneinander ...

Hartmut


:love
0
Liebe Tat,
Ich kenne diesen Punkt auch.
Ab und zu wird es mir wieder bewusst,
Je mehr ich über meine erstrebenswerten Werte rede und schreibe, Je mehr ich mich mit meiner Philosophie in den siebten Himmel schiesse, um so weniger ist von dieser Süsse in meinem Leben gerade zu spüren.
An diesem Punkt, der auch eine gewisse Selbstkenntnis braucht, die ich mich erst lehren musste, weiss ich, dass es Zeit ist, wieder aufzustehen und den Wert zu leben, damit das Leben lebenswert ist.
Immer mehr spüre ich, dass ich dabei nichts ausschließen kann. Nichts lässt sich ausschließen. Ich erlebe mich liebend, mitleidend, intensiv oder schal.
Ich erlebe mich enttäuscht und täuschend, ich kenne quälenden Hass und den Neid der Besitzlosen. Ich kenne euphorische Freude und den unbrechbaren Willen etwas zu erreichen. Ich habe ein lustiges und verspieltes Ego und ein warmes einsames Herz, dass sich gern verschenkt für leuchtende Augen .
Ich könnte noch vieles aufzählen, was alles so im Laufe des Lebens auftaucht.
In allem finde ich einen tieferen Grund und mit der Zeit habe ich mich gelehrt, mir zu erlauben, diese Merkwürdigkeiten, die ich oft verstoßen habe, als interessanten Gast willkommen zu heißen.
Denn sie verhelfen zu Verbundenheit und Mitgefühl. Ich lasse mich auf sie ein.
Dadurch ist mein Leben reicher geworden, denn alles was existiert lehrt mich etwas tieferes.
Es gibt viele Fotos von mir. Manche sind schön und strahlen und auf manchen finde ich mich hässlich ,verbraucht und müde. So wie ich mich da wahrnehme, sehe ich in dem Moment auch auf die Welt.
Es sind nur Momentaufnahmen. Morgens ,so erfrischt nach dem Schlaf , finde ich mich am schönsten. Manchmal spreche ich mit meinem Spiegelbild und mir wird die ganze Lächerlichkeit meiner Schwertspiele klar.
Es sieht immer ein Kind aus dem Spiegel, dass vom Erwachsenen an die Hand genommen sein will.
Einmal meinte mein Therapeut, ich wäre jetzt nicht wie ich bin.
Ich antwortete darauf, dass ich in jedem Augenblick bin wie ich bin. Und sei es in dem Augenblick auch unehrlich. Ich kann mit dem untadeligen immer liebenden, irgendwie paradoxen selbstlosen,selbbewussten Selbst nichts anfangen. Jeder Zustand gehört zum Sein dazu, sonst würde er nicht in Erscheinung treten. Er zeigt doch nur, was grad da ist oder eben als fehlend wahrgenommenen wird. Nicht mehr ,nicht weniger.
Jeder Zustand hat auch seine bestimmte Qualität. In der Freude sehe ich vieles nur im Licht und der Schatten erlaubt mir Ausgeglichenheit . Kaum etwas nehme ich störend wahr. Alles ist gut. In Zeiten der Erschöpfung verdunkeln sich auch die Gedanken. Sie sehen kritischer in den Tag und das Geschehen. Sie drängen auf Veränderung. Ich ziehe mich zurück von der Last. Ruhe aus.
In der Niedergeschlagenheit beginnt die Schuldsuche. Noch fühle ich mich selbst schuldig. Doch bald betrete ich die Bahn der Beschuldigungen.
Letztenendes zwingen mich diese Gedanken zum Rückzug von der Welt.
Mir Ruhe vor den zehrenden Energien gönnen. Der Knackpunkt ist für mich wirklich die Not in meinen Gedanken zu erkennen. Noch lange macht mein Körper mit, denn der ist fit. Aber mental habe ich mir angewöhnt, auf meine Abwehrmechanismen und Gedanken zu achten. Und dann nehme ich mein übermüdete quengelnden Kind an die Hand und stecke es ins Bett. Erzähle ihm ,dass alles vorüber geht und morgen die Sonne wieder scheint.
Es hilft.
Das Leben ist schön!
Liebe Grüße von mir :kerze:
0
Liebe tin-tat (Tintenfisch-Tatiana),

das kenne ich so gut. Das Weglaufen, wenn es näher oder wesentlicher wird, in der Begegnung.

Und auch den Gedanken glaube ich zu kennen (wenn ich das alles richtig verstanden habe), dein
"Es geht um alles oder nichts. Keine Verhinderung, keine Almosen mehr und auch keinen Tanz mehr um den heißen Brei."

So geht es mir auch manchmal, wenn ich allzu sehr die Nase voll habe von meinen Mauern und meiner Distanz, meiner Flucht, die wohl viel ausgeprägter ist als bei dir. Dann sehne ich mich nach Hingabe an alle Momente.
Nur... ist das zu viel. Vielleicht für dich nicht, vielleicht doch, deswegen - wenn ich das sagen darf, sag ich es:

Behutsamkeit ist auch wichtig. Vielleicht geht es doch nicht unbedingt um alles oder nichts, sondern um "immer mehr ein bisschen mehr" oder "immer wieder ein bisschen mehr". Bei "alles oder nichts" hat man verloren, wenn man wieder was nicht schafft, wenn man doch wieder neben dem heißen Brei oder eine Minute oder für Tage...im Versteck sitzt.

Sabeth
0
Liebe Quassel,

der Austausch mit Dir ist aus einem ganz besonderem Stoff gemacht und ich weiß es sehr zu schätzen. Gerade jetzt spüre ich den Impuls mich ganz besonders anstrengen zu wollen, um Dir zu gefallen und superschlau zu erscheinen ;-)
Ich nehme wahr, wie sehr ich mir, in diesem Moment, wünsche mit Dir in Kontakt zu bleiben und es ist wunderbar. Ich gebe alles.

Und ich habe keine Ahnung, was diese Worte mit Dir machen und ob ich Dich nicht schon allein mit dieser Beschreibung bereits vertreibe und du vielleicht nie wieder mit mir zu tun haben willst. Doch das Wichtigste dabei ist, dass auch das, für mich, innerlich okay, in Ordnung und wunderbar ist. Ich mache mir keine Vorstellung davon, wie die Sache ausgehen wird. Und diese Haltung hat absolut nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Rein gar nichts. Es ist genau das Gegenteil. Es ist reine Liebe.

Und doch macht es keinen Unterschied. Ich nehme die Freude 100% zu mir und auch den Schmerz, die Wut und die Traurigkeit der Ablehnung dürfen zu mir kommen… alles meine Kinder. Sie sind aus der Situation entstanden und können, wenn es für sie soweit ist, mit der gesamten Situation wieder verschwinden. Ich versperre mich nicht und lehne keine meiner Kinder ab, geschweige denn sie zu kontrollieren.

In Kontakt mit Menschen, Blumen, Arbeit, Malen und die verschiedensten Situationen zu sein, ist das Größte und Schönste. Die mögliche, aufkommende Erschöpfung fühlt sich lebendig und glücklich an und ist selten von Dauer.
Reines Kinderspiel.

Anstrengung, Niedergeschlagenheit und das Bedürfnis nach Rückzug verspüre ich erst dann, wenn ich aus Angst mich so zu zeigen wie ich wirklich bin, anfange, meistens ganz unbemerkt, die Welt und mich zu kontrolliere.
Dann kommt Muss und Soll und Unbedingt ins Spiel. Dann geht es plötzlich um Etwas. Ich will etwas. Ich brauche etwas. Oder auch umgekehrt, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr und trotzdem mache ich weiter. Ich verleugne mein Wesen und meine Bedürfnisse und das Spiel wird immer ernster und erdrückender.

Das ist der Unterschied zwischen Bewusstsein und mentale Kontrolle. Es ist eine völlig andere Perspektive. Bewusstsein ist leicht schwingend und führt mich zu Einsichten und alternative Verhaltensmöglichkeiten, während die mentale Kontrolle mich, meine Umwelt, die Welt mechanisch überwacht, bestraft, ermüdet und niederschlägt. Geschweige denn die Schuld, die dann aufkommt, weil ich schon wieder nicht gut genug aufgepasst habe. Oder ich beschuldige andere, weil sie mich in dieser Lage überhaupt gebracht haben.

Erkennst du den Unterschied?

Ich umarme Dich ganz herzlich, liebe Quassel und hoffe, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben. Und ich hoffe auch, dass ich dich richtig verstanden habe, das du dich von mir verstanden fühlst. Ich schreibe dir ein bisschen in Eile, fahre für zwei Tage weg, wollte dich aber nicht ohne Antwort zurücklassen.

:kerze:
Bis bald
Tatiana
0
Liebe Sabeth, ich weiß ganz genau was Du meinst und ich denke gerne an Dich!
Werde bald mehr dazu schreiben.
:fw
Liebe Grüße
Tatiana
0
Liebe Tat!
Deine Antwort ist mir willkommen. Ich freue mich darüber.
Wir bleiben auch weiterhin in Kontakt und Austausch.
Deine Sorge um meine Reaktion auf deine Antwort ist unbegründet aus meiner Sicht.
Wir schreiben uns darüber, wenn du wieder Zeit hast.
Erhole dich gut und geniesse deine Reise!
Alles Liebe von Quassel
:ge
0
Liebe Sabeth, :ge

das Bedürfnis nach Abstand und Distanz ist bei mir ähnlich und auch ich kenne den Wunsch mich überwinden zu wollen um, in meinem Fall, „normal“ zu werden, was auch immer, das heißen mag. Dann wird die Aussage „alles oder nichts, keine Verhinderung, keine Almosen mehr und auch keinen Tanz mehr um den heißen Brei“ zu Gewalt gegen mich selbst. Wie, wenn ich versuchen würde einen Orangenbaum am Nordpol zu verpflanzen und trotzdem gute Früchte zu erwarten.

„Alles oder nichts, keine Verhinderung, keine Almosen mehr und auch keinen Tanz mehr um den heißen Brei“ – kann aber auch eine Haltung der Selbstliebe sein, meine Hingabe an die Tatsache, dass ich so bin, wie ich bin. Und dass ich nicht anders sein kann, als ich es jetzt bin. Ich nicht, du nicht und auch sonst niemand. Wenn das möglich wäre, dann wäre es bereits anders.

Wenn ich das wirklich verinnerliche, dann kann ich mich so sein lassen, wie ich bin. Ich spalte mich nicht mehr von mir ab, werde zu einer Einheit, die sich nicht mehr mit sich beschäftigen muss, sich nicht mehr verbessern muss, sich nicht mehr korrigieren muss, sich nicht mehr bedenken muss oder anders darstellen muss als so, wie sie gerade jetzt, in diesem Moment ist. Absolute Hingabe an das, was ist. Das ist alles, was ist.

Entwicklung findet trotzdem statt: ganz natürlich, frei, ohne Druck, ganz von selbst. Die Orangen hören nicht auf zu wachsen.

:love
Herzliche Grüße
Tatiana
0
Liebe Quassel, :ge

wenn ich jetzt so nachlese, was ich dir geschrieben habe, glaube ich, dass meine Sorge eher eine Vorsorge für den kommenden Austausch war.

Du weißt doch, meine (Kinder)Themen sind Angst und Liebe in allen Variationen! Doch gerade Angst kam in deinem Text nicht ein einziges Mal vor und mit dem immer liebenden selbstbewussten Selbst kannst du nichts anfangen, schreibst du.

Da fingen meine inneren Kinder große Augen zu machen und leicht skeptisch zu dir rüber zu schielen. :wub:

Bin aber sehr zuversichtlich, dass wir unsere Kinder gemeinsam und ganz liebevoll schaukeln werden.
Ich freue mich auf deine Antwort!


:love
Herzliche Grüße
Tatiana
0
Liebe Tat!
Ahhh!Ja. Das stimmt. Ich habe die Ängste nicht explizit benannt! Wie gut,dass du es erwähnt hast und dein Missverständniss geäußert hast.
Angst und Liebe ist seit Jahren auch mein Thema. Ich habe ja schon viel hier darüber geschrieben.
Prinzipiell kommen alle negativen Gefühle aus dem Bereich der Angst.
Angst nicht willkommen zu sein. Angst nicht zu genügen. Angst nicht genug zu bekommen, nicht gesehen zu werden und und und. Das sind alles meine persönlichen Ängste. Aus denen gingen Eifersucht, Misstrauen, Neid, sogar Hass, und viele gemischte Gefühle von Trauer und Wut , hervor. Erst spät und durch viel Leid wie auch leidenschaftliche Suche, mein Leben verbessern zu können, habe ich kleine Veränderungen in meinem Denken und Verhalten bewirken können. Mir kamen dafür die guten Väter und Mütter in Büchern , sowie sehr kluge reale Menschen zu Hilfe.
Warum kann ich mit dem ewig liebenden selbstlosen Selbst nichts anfangen?
Weil es diesen Zustand bei keinem Menschen gibt. Mir ist noch kein Mensch in meinem Leben begegnet, der dieses Merkmal dauerhaft hat. Das ist unmöglich. Gäbe es dieses Menschen, würde sich niemand Kluges überhaupt damit Auseinandersetzen und Wege zur Liebe suchen. Jeder Mensch geht durch Angst,Leid ,wie auch durch Liebe und Freude.Ausnahmslos. Der einzige Unterschied besteht im mehr oder weniger.
Das anzuerkennen, überhaupt zu erkennen, ist die größte Erleichterung in meinem Leben gewesen.
Alles was wir tun, tun wir zu allererst für uns. Uns tut es gut zu geben, Freundschaften und gute Beziehungen zu haben, hilfsbereit zu sein, JA zu sagen,Nein zu sagen, zu sagen was uns stört, eingestehen, dass wir nicht jeden Menschen mögen können.
Deine Überschrift lautet: Wofür Leben wir?
Vielleicht beantwortet das jeder unterschiedlich?
Ich lebe dafür , dass es mir und meinen Mitmenschen gut geht.
Frage getrost weiter, wenn du möchtest.
Liebe Grüße von mir
0
Ich lebe dafür, dass es mir und meinen Mitmenschen gut geht.

:ge Liebe Quassel, mir geht es auch so, wir alle wollen glücklich sein, denn so unterschiedlich sind wir Menschen nicht.

Du hast deinen leidvollen und lehrreichen Weg mit zahlreichen Extremen samt komplexer Gefühlspalette sehr verständlich geschildert und reflektiert. Und trotz der Erschöpftheit, der Nidergeschlagenheit und der Schwere, die du ab und zu empfindest, stellst du fest: Das Leben ist schön!
Diese Aussage berührt mich sehr, denn sie beschreibt punktgenau deinen Kämpfergeist, der sich genau kennt, der sich genau zu helfen weißt und nicht unterkriegen lässt.

Und auch mir ist bisher noch kein einziger Mensch begegnet, der sich dauerhaft in dem ewig liebenden selbstlosen Selbst aufhält.
Es gibt nur diesen Augenblick.

:love
Herzliche Grüße
Tatiana
0
Liebe Tat ,
Danke für deine lieben Worte.
Ich wollte dir eigentlich nur meine Zustimmung zu deinem persönlichen Thema und Dank mitteilen.
Angeregt von deinen Gedanken schrieb ich dann spontan von mir, wie es um mich steht.
Ich kann deinen Beitrag gut verstehen.
Gerade den Punkt des sich wirklich einlassen wollen und dann doch die Flucht ergreifen, verstehe ich sehr gut.
Manchmal schriebst du mir sinngemäß , ich solle mir erlauben zu leben. Und ich antwortete dir, dass ich das in eben in meinen Antworten und Fragen tue.
Ich habe auch so gern deinen Enthusiasmus bewundert in den Zielen, die du anstrebtest. Und irgendwann nach meiner letzten therapeutischen Arbeit gab es nochmal einen Klick.
Ich begriff, was es bedeutet niemandem mehr gefallen zu wollen oder zu müssen, dass ich keinen Liebesverlust fürchten muss, sondern dass es gerade ein Liebesakt ist sich im Eigensinn zu stärken.
Nun ja, du schreibst, ich wüsste immer ,wie ich mir helfen kann. Das trifft nicht zu. Oft fühlte ich mich hilflos, verloren, wollte mein Gesicht nicht verlieren oder besser ausgedrückt, mein Selbstbild nicht beschädigen. Anderen ging es ja noch schlechter.Aber es gab in den hilflosesten Momenten immer jemanden ,der eine Hand gab und aufhalf.
Es waren zum Teil professionelle Helfer, aber auch der Austausch hier in schlimmster Not.
Immer gab es einen Freund, der mich trösten, beraten oder beruhigen konnte. Manchmal bei den banalsten Angelegenheiten und mit den unterschiedlichsten Zeichen, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten.

Zitat

Und ich habe keine Ahnung, was diese Worte mit Dir machen und ob ich Dich nicht schon allein mit dieser Beschreibung bereits vertreibe und du vielleicht nie wieder mit mir zu tun haben willst. Doch das Wichtigste dabei ist, dass auch das, für mich, innerlich okay, in Ordnung und wunderbar ist. Ich mache mir keine Vorstellung davon, wie die Sache ausgehen wird. Und diese Haltung hat absolut nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Rein gar nichts. Es ist genau das Gegenteil. Es ist reine Liebe.

Genau um diesen Teil geht es.
Oft denken wir doch viel schlechter über uns aus lauter Angstmustern, als andere Menschen über uns.
Ich beschrieb es einmal so: manchmal liebten mich andere mehr, als ich mich selbst und ich erkannte es nicht.
Letzens hatte ich wieder eine schöne Begegnung. Wir haben uns 3 Jahre nicht gesehen, aber die lebendige Liebe hat keine Trennung erkannt. Sie verband uns seit dem ersten Augenblick und ist geblieben. Nichts von unseren (Meinungs)- Verschiedenheiten stand in irgendeiner Weise im Weg. Der Faden war sofort wieder da, als hätten wir uns gestern erst gesehen. So empfand ich das.
Das ist Glück.
Es ist Glück Weggefährten zu haben, die einen liebevoll wachsen lassen und selbst mitwachsen.
Es ist Glück zu erfahren, dass Menschen ähnliches fühlen. Jeder von uns ist mit Emotionen ausgestattet, die sich zum entsprechenden Moment melden. Das ist wohl damit gemeint, alles zu akzeptieren.
Denn es ist sowieso da.
Wenn es kein selbst kreiertes Leid ist, dann kommen mitunter Schicksale auf den Plan, die uns das wahre Leben lehren.
Und auch unsere schwierigen Muster sind ja einst aus unseren Schicksalen entstanden.
Niemand hatte je eine Kontrolle darüber, wohinein er geboren wird und wie er sich daraus entwickeln kann .
Aber zum großen Glück sind wir in der Lage, das Beste daraus zu machen.
Manchmal braucht diese Einsicht sehr lange. Aber dazu ist das Leben ja da.
Schritt für Schritt lernen wir zu lieben.
Liebe Grüße. Quassel. Die introvertierte ,hochsensible . Die lauten und aufdringlichen Menschen haben auch ihre Botschaft für uns, aber vielleicht nicht so viel Gespür für Grenzen. Wer weiß. Vielleicht würden sie die Grenzen eher würdigen, wenn man sie ihnen klar zeigt.
:love
0
Liebe Quassel,

es ist schön dir zu begegnen. Mensch trifft Mensch – im ganzen Leben geht es nur darum. Um Begegnung, um Kontakt und um Herzen die sich berühren lassen.

Ich glaube nicht, dass wir das Lieben lernen müssen – wir sind Liebe!

Was wir lernen können, ist das Wahrnehmen der immer gleichen Mechanismen in uns, die das Fließen dieser Liebe verhindern.

Es ist unser Blick, die Art, wie wir nach draußen schauen, der eine scheinbar fremde, bedrohliche oder entspannte Welt entstehen lässt. Und hinterher nennen wir es dann Glück, Pech, Leid, Liebe, Ablehnung oder Freundschaft. Das Leben hat fast acht Milliarden Menschengesichter, jeder Mensch ist unterschiedlich, hat Abneigungen und Vorlieben und was für den einen unerträglich scheint, kann für den anderen unverzichtbar sein, doch niemand kann sich das aussuchen, da stimme ich dir voll zu.
Wir sind genau so verwirrt oder klar, wie das Leben, das sich uns gerade zeigt. Und es geht nicht um Schuld und auch nicht um Lob oder Tadel. Und jetzt merke ich, wie eng es wird, wenn ich etwas erklären möchte, was jeder nur für sich allein entdecken kann. Die Ebene des Herzens, die immer bereit ist Leiden und Schmerz zu fühlen statt loszuwerden oder zu analysieren.
Früher erschien mir die Selbsterkenntnis so furchtbar streng und mühsam, eine ständige Überwachung und Selbstzucht. Tatsache ist, dass ich erstmal keine Ahnung hatte, was mir das Leben sagen wollte, denn in meinem Leben war alles gut, abgesehen von dem Gefühl eine Ausserirdische zu sein. Witzigerweise hatte ich auch ganz lange einen staatenlosen Pass, passport of aliens, stand da schwarz auf weiß geschrieben– das Leben ist manchmal echt unheimlich und skurril.

Liebe ist für mich Energie(Potential), die sich in allen Richtungen grenzenlos, ungehindert, ungelenkt und unmanipuliert bewegt, schwingt und fließt bis sie auf mich trifft: Und dann geht es los, es entsteht die Geschichte über mich, meine Kindheit, meine Vorlieben(oder Vorleben:) und Abneigungen, mein Leid und mein Glück und was ich alles geschafft habe und was ich alles noch schaffen muss. Was ich noch brauche, wünsche und was sich noch verbessern muss, es ist nie genug….blablabla Eine einzige Anstrengung.

Oder ich lasse die Vergangenheit, Vergangenheit sein und erfahre (nur)das, was gerade jetzt in diesem Augenblick ist. Hole nichts mehr aus der Mottenkiste raus. Stelle fest, dass ich lebendig bin. Wow!Liebe, Begegnung, Familie, Schmerz, Enttäuschung, Erinnerung, ein Spaziergang, Mitgefühl wird erfahren, gefühlt und gehen durch mich hindurch. Ich werde immer durchlässiger, tiefer und weiter. Nicht frei von Schmerz oder Ärger, sondern immer freier von mir. Leben, das durch mich fließt, durch mich spielt und mir zeigt, dass Kontrolle immer weniger Sinn macht.

Durch die Bereitschaft immer mehr das zu erleben, was wirklich geschieht, ohne die Vorstellung, was geschehen soll oder was unbedingt verhindert werden muss, wird das Leben immer irdischer, schlichter, einfacher, elementarer ja, sogar händelbarer.
Ist das (zu) wenig?

:love :ge :love
0
Liebe Tatiana,

nach meinem Gefühl sind wir alle Außerirdische. Wir sind im Urlaub, fern der Heimat.
In mir kommt schon öfter auch mal Heimweh auf, aber ich weiß auch, dass dieser
Urlaub wichtig ist, denn ich kann ganz viel mitnehmen, wenn ich dereinst wieder
nach Hause komme.
Als rebellisches Kleinkind habe ich meine (unsere) Heimat verlassen und als
gereifter Jugendlicher werde ich wieder nach Hause kommen.

Herbert Grönemeyer singt in einem seiner Lieder:

"Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl."

So gesehen bin ich zeitweise immer auch schon mal zu Hause in mir, auch wenn ich
mich äußerlich noch im Urlaub befinden mag. :)

Herzliche Grüße von
Hartmut

:love
0
So gesehen bin ich zeitweise immer auch schon mal zu Hause in mir, auch wenn ich mich äußerlich noch im Urlaub befinden mag.

Deine Sehnsucht kann ich sehr gut nachempfinden. Dass du diese Heimat in dir entdeckt hast, ist sehr kostbar und der Grund, warum wir existieren. Es ist wie eine zweite Geburt, so erlebe ich das.

Körper, Geist und Psyche werden zu Werkzeuge des Lebens. Das Leben will gelebt werden, lieber Hartmut. Gott drückt sich durch dich aus. Wie fühlt sich Gott, jetzt gerade in diesem Augenblick, als Hartmut? Was möchte Gott durch Dich erleben? Für mich heißt das, ganz irdisch zu werden. Ganz Mensch. Das Leben mit einer noch nie gekannten Zuversicht (er)leben. Es gibt noch so viel zu entdecken. Wir sind hier! Nur können wir meistens das Geschenk des Lebens nicht annehmen.
Ich umarme Dich herzlich, lieber Reisender! Bleib nicht in der Sehnsucht hängen. Lass Dich von diesem Leben auf diesem Planeten mitreißen und komme, ganz und gar, hier her an.

Das Leben ist schön! :kerze:

:love
Herzliche Grüße
Tatiana
0
Liebe Tatiana,

Deine Umarmung tut mir gut. Du kannst mir die irdische Welt nicht schönreden.
Sie bleibt im Idealfall eine geistige Vollmondnacht. Ich sehne mich nach der
geistigen Sonne außerhalb der irdischen Gefängniswelt für rebellischen Geist.
Meine Rebellion ist zu Ende und meine Sehnsucht zeigt mir, dass ich meine
Lektionen in der Materie gelernt habe.
Für mich gilt es meine Sehnsucht soweit zu stärken, dass ich am Tag meiner
Heimreise gute Startbedingungen für meinen Heimflug nach Hause habe.

Nach meiner geistigen Wiedergeburt nabele ich mich nun langsam von dieser
irdischen Welt ab und sage ihr langsam Adieu. Vielleicht war die Erde so
etwas wie meine Mutter. Ich fühle mich nun erwachsen, um Mutter Erde zu
verlassen und meinen Blick in Richtung Vater zu wenden, der mir den Heimweg
ausleuchtet.

Im Grunde bin ich schon im Herzen zu Hause und mit den Füßen noch auf dieser
Welt. Das ist schon auch irgendwie interessant und nicht wirklich bedrückend.
So gesehen bin ich wohl eine Art Brücke zwischen zwei Welten.
Ich meine Gott fühlt sich wohl in mir, wie ich mich auch in ihm wohl fühle.

Das Leben will gelebt werden? Ja natürlich! Aber für mich ist diese Welt
schon lange nicht mehr das wahre Leben. Ich möchte wahrhaftig leben in
einer wahrhaftigeren Welt, als es diese Erlebniswelt Erde darstellt.

Ich fühle einen tiefen inneren Frieden in mir und das fühlt sich richtig
gut an.

Ich wünsche Dir einen himmlisch guten Abend und eine eben solche Nacht.

Herzlichst
Hartmut

:love
0
Lieber Hartmut,

dann haben dir sowohl unser Austausch als auch der Traum, den du mir geschildert hast, deine innere Ausrichtung, die Spur, die deine Seele folgen will, nur noch mehr bestätigt. Du Glücklicher!
In so einer Klarheit liegt Frieden und Erlösung.

Und doch gibt es, dieses, in der Heimat verankertes Sein und zugleich ein glückliches und aufrichtiges mit der Welt verbundenes Dasein. Hat nicht sogar Jesus gesagt: „Das Reich Gottes ist unter euch, hier jetzt!“ ?
Der inneren Führung vertrauend, die gleich unter der Angst verborgen liegt. Kommt man an diesem Schatz wieder ran, dann erlebt sich der Mensch als getragen und glücklich.

:love :ge :love
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August 2019

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