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Der Tod

„Ein Philosoph zu sein heißt sterben zu lernen“, sagte Montaigne. Was für ein genialer Gedanke. Aber was machen wir? Wir schieben den Gedanken an den Tod weit weg.
Aber wie kann man versuchen etwas zu verdrängen was unausweichlich auf uns zukommt? Ist es nicht die größte Sicherheit, dass wir geboren wurden um zu sterben?
Doch ein jeder will möglichst alt werden und dann gesund sterben. Sport treiben, Diät leben, keinen Alkohol trinken und was weiß ich noch alles. Es gibt Zeitgenossen die klammern sich an den Gedanken des Lebens danach. Und dann kommt Gevatter doch.
Da denke ich an die Erzählung von Franz von Kobell und dem Brandners Kaspar. Die Geschichte verläuft sinngemäß so: Als ihn der Boandlkramer holen will macht er ihn mit Kirschgeist besoffen und luchst ihm beim Kartenspiel noch einige Jährchen ab. Allerdings merkt er, dass die gewonnenen Jahre auch ihre Schattenseiten haben. Und als ihn der Boandlkramer auf Probe mit in den Himmel nimmt will er dann doch bleiben, weil es ihm dort besser gefällt als auf Erden.
Es ist ein bayrisches Volksstück, humorvoll gemacht, mit jedoch tieferen Sinn, welcher für mich darin liegt, sich zu fragen, ob es denn erstrebenswert ist uralt zu werden.
Wohl dem der lange gesund weilt auf Erden, keine Frage, aber auch für den ist ein Ende gedacht!
Wir sollten uns mit dem anfreunden, was wir am Meisten befürchten! Und auch hier ist passive Resistenz ein gutes Mittel.
Ist der Tod dein Freund, dann sagt er dir, dass nichts wirklich von größerer Bedeutung ist. Dann frage dich was dir wirklich wichtig ist. Du wirst staunen!
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8 Kommentare zu diesem Eintrag
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Wer den Sinn des Todes erkennt, wird ihn nicht mehr fürchten und auch nicht mehr
vor im fliehen, wenn er auf ihn zukommt. Am Ende der Angst vor dem Tod kann
Leben beginnen.

:ge
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Ja, lieber Columbo,
was ist mir wichtig?
Welcher ist der Sinn meines kleinen Erdenlebens?
Wozu bin ich Winzlingin geboren?
Solche Fragen stelle ich mir, seit ich spüre, wie sehr mein Körper verwelkt.

Nahtoderfahrungen kenne ich.
Erkannte auch, dass der Tod das Tor zu einer Wirklichkeit ist,
die mein Verstand nicht begreifen kann,
mein unauswegbares Ende,
vor dem ich mich nicht fürchten muss,
die mit Verheißungen vieles Religionen nichts zu tun hat, wie ewigws Leben.
Ich erahne aber eine andere Wirklichkeit unvorstellbar schön.

Ich fürchte mich nicht.
Vielleicht sage ich im Augenblick des Sterbens: Willkommen!
Wer weiß?

Lieber Columbo,
ich habe mich sehr gefreut, als ich heute deinen Blogbeitragt erblickte.
Liebe Grüße
Omama

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Lieber Columbo,

in der Nacht reifte in mir der Entschluss, herauszufinden, was im Augenblick für mein Leben wichtig ist.

Da will ich in mich gehen und in Ruhe darüber nachdenken, bevor ich mich im Forum darüber austausche.

Interessieren würde ich mich, warum du gerade jetzt das Thema Tod in deinem Blog ansprichst,
Welchen Anlass hattest du?

fragt Omama
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Lieber Columbo,

ja, das Stück vom Brandner Kaspar kenne ich auch, ich habe es sogar zweimal im Theater gesehen, und es hat mir Freude gemacht. Wahrscheinlich gerade, weil es auch diesen tieferen Sinn hat, und den Gedanken an den Tod in dieser Weise etwas Humorvolles beizumischen, ist auch eine witzige Idee.
Natürlich geht mir zum Thema Tod auch so einiges durch Kopf und Herz, ich bin ja alt genug, um zu wissen, dass das Leben nicht ewig währt.
Doch möchte ich es jetzt bei einem Text von Epikur belassen:

Aus: Epikur. Brief an Menoikeus. Zitiert nach: Epikur. Philosophie der Freude. Eine Auswahl aus seinen Schriften übersetzt, erläutert und eingeleitet von Johannes Mewaldt. Stuttgart 1973, S. 40 - 42.

Ferner gewöhne Dich an den Gedanken, daß der Tod für uns ein Nichts ist. Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung, der Tod aber ist Aufhebung der Empfindung. Darum macht die Erkenntnis, daß der Tod ein Nichts ist, uns das vergängliche Leben erst köstlich. Dieses Wissen hebt natürlich die zeitliche Grenze unseres Daseins nicht auf, aber es nimmt uns das Verlangen, unsterblich zu sein, denn wer eingesehen hat, daß am Nichtleben gar nichts Schreckliches ist, den kann auch am Leben nichts schrecken. Sagt aber einer, er fürchte den Tod ja nicht deshalb, weil er Leid bringt, wenn er da ist, sondern weil sein Bevorstehen schon schmerzlich sei, der ist ein Tor; denn es ist doch Unsinn, daß etwas, dessen Vorhandensein uns nicht beunruhigen kann, uns dennoch Leid bereiten soll, weil und solange es nur erwartet wird!

So ist also der Tod, das schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich betrifft er weder die Lebenden noch die Gestorbenen, denn wo jene sind, ist er nicht, und diese sind ja überhaupt nicht mehr da.

Freilich, die große Masse meidet den Tod als das größte der Übel, sehnt ihn aber andererseits herbei als ein Ausruhen von den Mühsalen des Lebens. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab, noch fürchtet er sich vor dem Nichtmehrleben, denn ihn widert das Leben nicht an, und er betrachtet das Nichtmehrleben nicht als ein Übel. Und wie er beim Essen nicht unbedingt möglichst viel haben will, sondern mehr Wert auf die gute Zubereitung legt, so ist er auch beim Leben nicht auf dessen Dauer bedacht, sondern auf die Köstlichkeit der Ernte, die es ihm einträgt.


Ich habe das von dieser Seite kopiert:
https://www.uni-hild...mann/epikur.htm

Ich weiß nicht, wie es euch damit geht, aber ich empfand, seit ich etwas von Epikur gelesen habe, diese Meinung für mich als hilfreich.

Zur Zeit habe ich allerdings doch ein kleines Problem mit meinen Vorstellungen...

Liebe Grüße
Rhonda
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Omama, am 02 März 2018 - 06:35, sagte:

Lieber Columbo, in der Nacht reifte in mir der Entschluss, herauszufinden, was im Augenblick für mein Leben wichtig ist.Da will ich in mich gehen und in Rzhe darüber nachdenken, bevor ich mich im Forum darüber austausche.Interessieren würde ich mich, warum du gerade jetzt das Thema Tod in deinem Blog ansprichst, Welchen Anlass hattest du? fragt Omama



Der Anlass ist mir allgegenwärtig. Um mich her waltet der Tod. Und weil er in der westlichen Welt von den meisten Menschen gefürchtet wird, wie der Teufel das Weihwasser, will ich ihm den Schrecken versuchen zu nehmen. VG
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Rhonda, am 03 März 2018 - 11:15, sagte:

Lieber Columbo,ja, das Stück vom Brandner Kaspar kenne ich auch, ich habe es sogar zweimal im Theater gesehen, und es hat mir Freude gemacht. Wahrscheinlich gerade, weil es auch diesen tieferen Sinn hat, und den Gedanken an den Tod in dieser Weise etwas Humorvolles beizumischen, ist auch eine witzige Idee.Natürlich geht mir zum Thema Tod auch so einiges durch Kopf und Herz, ich bin ja alt genug, um zu wissen, dass das Leben nicht ewig währt.Doch möchte ich es jetzt bei einem Text von Epikur belassen:Aus: Epikur. Brief an Menoikeus. Zitiert nach: Epikur. Philosophie der Freude. Eine Auswahl aus seinen Schriften übersetzt, erläutert und eingeleitet von Johannes Mewaldt. Stuttgart 1973, S. 40 - 42.Ferner gewöhne Dich an den Gedanken, daß der Tod für uns ein Nichts ist. Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung, der Tod aber ist Aufhebung der Empfindung. Darum macht die Erkenntnis, daß der Tod ein Nichts ist, uns das vergängliche Leben erst köstlich. Dieses Wissen hebt natürlich die zeitliche Grenze unseres Daseins nicht auf, aber es nimmt uns das Verlangen, unsterblich zu sein, denn wer eingesehen hat, daß am Nichtleben gar nichts Schreckliches ist, den kann auch am Leben nichts schrecken. Sagt aber einer, er fürchte den Tod ja nicht deshalb, weil er Leid bringt, wenn er da ist, sondern weil sein Bevorstehen schon schmerzlich sei, der ist ein Tor; denn es ist doch Unsinn, daß etwas, dessen Vorhandensein uns nicht beunruhigen kann, uns dennoch Leid bereiten soll, weil und solange es nur erwartet wird!So ist also der Tod, das schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich betrifft er weder die Lebenden noch die Gestorbenen, denn wo jene sind, ist er nicht, und diese sind ja überhaupt nicht mehr da.Freilich, die große Masse meidet den Tod als das größte der Übel, sehnt ihn aber andererseits herbei als ein Ausruhen von den Mühsalen des Lebens. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab, noch fürchtet er sich vor dem Nichtmehrleben, denn ihn widert das Leben nicht an, und er betrachtet das Nichtmehrleben nicht als ein Übel. Und wie er beim Essen nicht unbedingt möglichst viel haben will, sondern mehr Wert auf die gute Zubereitung legt, so ist er auch beim Leben nicht auf dessen Dauer bedacht, sondern auf die Köstlichkeit der Ernte, die es ihm einträgt.Ich habe das von dieser Seite kopiert:https://www.uni-hildesheim.de/~stegmann/epikur.htmIch weiß nicht, wie es euch damit geht, aber ich empfand, seit ich etwas von Epikur gelesen habe, diese Meinung für mich als hilfreich. Zur Zeit habe ich allerdings doch ein kleines Problem mit meinen Vorstellungen...Liebe GrüßeRhonda


Lieber Columbo, liebe Rhonda,

das wesentliche ist gesagt und obwohl ich im Moment intensive Todessehnsucht verspüre, habe ich gleichzeitig auch ein Problem mit dieser Sehnsucht.

Liebe Grüße
finano :)
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Geburt, Leben, Tod. Ich wurde geboren um zu sterben. Der Tod begleitet mich vom ersten Tag meines Lebens, bis heute...Er ist zu meinem Freund geworden. Ich lebe mit ihm. Geht es nicht jedem Lebewesen hier auf Erden so.?
Zu sterben ist ein ehernes Gesetz. Da kann niemand herummanipulieren. Es helfen auch keine Organspenden. Das was sicher ist, der Tod kommt zu jedem Lebewesen. Früher oder später. Einfach sich an jedem Augenblick des Daseins erfreuen. Jeder Tag ist ein Geschenk. Das Leben an sich, ist das schönste Geschenk, die Geburt!!! Liebe Grüße, Graziella :herz :ge :Erde:
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    Tja, dieses Damenkränzchen ist nett zu Ende gegangen, doch hat es mir irgendwie gesagt, daß ich solche Mühe nicht auf mich nehmen muß, um unterhaltsame Gespräche zu haben. Unterhaltungen mit 5 unterschiedlichen Frauen bringen mich auch konzentrationsmäßig inzwischen an eine Grenze. Möchte gern einmal wissen, ob ich diese Konzentrationsfähigkeit trainieren oder üben kann und auch, ob der Verlust der Konzentrationsfähigkeit durch die MS bedingt ist oder sogar auf meine zurückgezogene Lebensführung zurückzuführen ist.Ansonsten möchte ich jetzt meine Weiterentwicklung im Bereich "Malen" schildern, zumal dieser Bereich mit meinem ganzen sonstigen Leben verwoben ist.

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    Jetzt kommt ein Abschnitt von 2011.Die Zeit fliegt dahin, das Malengeht weiter. Leider kann ich vorne gar nicht mehr schreiben wg technischer Transferstörungen.Die Sonne strahlt, der Himmel ist blau und ich merke, dass der Frühling kommt.LG,CocoGezeigtes Bild